Panoramafreiheit erstreckt sich auch auf Ausschnitte panoramafreier Bilder

Fotorecht / Urheberrecht

Das LG Frankfurt am Main hatte nun zu entscheiden, ob sich diese Vorschrift nur auf die Gesamtheit des unter der Panoramafreiheit entstandenen Werkes bezieht oder ob auch Ausschnitte solcher gemachter Fotografien durch § 59 UrhG geschützt werden. 

Das LG Frankfurt am Main ist der Auffassung, dass auch einzelne Ausschnitte des Originalwerkes von § 59 UrhG erfasst werden, solange diese Ausschnitte gegenüber dem Originalwerk unverändert bleiben. Zur Begründung führte das Gericht Folgendes an:

"Denn das streitgegenständliche Werk unterfiel der Panoramafreiheit des § 59 UrhG (…).

Soweit der Antragsteller darauf verweist, dass es nach der Entscheidung "East Side Gallery" darauf ankomme, ob der Gesamteindruck verfälscht werde, verkennt er, dass der BGH ausdrücklich nicht die Vervielfältigung des Werkausschnitts mit dem Gesamtoriginalwerk vergleicht, sondern allein "die Vervielfältigung des Werkausschnitts" mit dem "Original des Werkausschnitts" (BGH GRUR 2017, 390 [BGH 19.01.2017 - I ZR 242/15] Rn. 46 - East Side Gallery).

Nur wenn auch die Vervielfältigung des Werkausschnitts gegenüber dem Originalausschnitt verändert wurde, wird der Schrankenbereich der Panoramafreiheit nach § 59 Abs. 1 UrhG verlassen.“