Diese Webseite nutzt Cookies, die der Benutzerführung und Webanalyse verwendet dienen und dabei helfen, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerkläung.

Fotorecht

Die Fotografie hat im Laufe der Zeit einen besonderen Bedeutungswandel erfahren. Wo früher Fotos zum Festhalten von Erinnerungen und Momenten dienten und sorgfältig in Fotoalben eingeklebt wurden, sind Fotos im Zeitalter der digitalen Medien nicht mehr wegzudenken. Sie sind allgegenwärtig - vor allem im Internet. Die Art und Weise der Verbreitung von Fotos hat sich ebenso verändert, wie die Bedeutung der Fotografie. So ist es heutzutage möglich mit nur einem Mausklick ein Foto aus dem Internet zu kopieren und beispielsweise auf seinem eigenen Facebook-Account zu veröffentlichen. Vergessen werden hierbei häufig die Rechte des Fotografen, die diesem als Urheber der Fotografie zustehen. Es stellt sich die Frage, welche Rechte einem Fotografen zustehen und was ein Fotograf gegen eine ungenehmigte Nutzung seiner Fotos unternehmen kann.

Wann ist ein Foto überhaupt urheberrechtlich geschützt?

Das Urhebergesetzt (UrhG) schützt grundsätzlich alle Werke, die eine persönliche geistige Schöpfung darstellen. Hierunter fallen kreative Leistungen, die von einer natürlichen Person geschaffen werden und ein Mindestmaß an Gestaltung und Kreativität aufweisen. Um urheberrechtlichen Schutz zu genießen muss beispielsweise ein Sprachwerk oder ein Werk der Musik individuell und in gewissem Maße kreativ sein. Das ist bei Fotos anders.

Ein Foto genießt immer urheberrechtlichen Schutz. Das Urhebergesetz schütz Fotos zunächst als „Lichtbildwerke“ gemäß § 2 Absatz 1 Nr. 5 Urhebergesetz. Ein solcher urheberrechtlicher Schutz ist gegeben, wenn ein Fotos das genannte Mindestmaß an Gestaltung und Kreativität aufweist. Aber auch ein Foto ohne kreativen Anspruch (sog. „Knipsbilder“) genießen einen urheberrechtlichen Schutz nach § 72 UrhG, der sogenannte Leistungsrechtsschutz. Diese Norm bestimmt, dass gerade auch „Lichtbilder“ entsprechend wie „Lichtbildwerke“ geschützt werden.

Es ist daher unerheblich, ob ein Foto von einem professionellem Fotografen erstellt und das Motiv vorab arrangiert, ausgeleuchtet und gestaltet wird oder ob ein Foto eine spontane Momentaufnahme darstellt, die vielleicht sogar nur mit dem Handy aufgenommen wurde. Ein Foto ist stets urheberrechtlich geschützt. Die Unterscheidung zwischen Lichtbildwerk und Lichtbild betrifft nicht die Frage des urheberrechtlichen Schutzes des Fotos, sondern hat andere Rechtsfolgen, wie beispielsweise die Schutzdauer des Fotos. 

Welche Rechte stehen mir als Fotograf an meinen Bildern zu?

Der Fotograf ist Urheber des Fotos und als Urheber stehen ihm die ausschließlichen Urheberrechte an der Fotografie zu. Die Rechte des Urheber werden in die Urheberpersönlichkeitsrechte auf der einen Seite und die Verwertungsrechte auf der anderen Seite unterteilt.

 

Urheberpersönlichkeitsrechte

Die Urheberpersönlichkeitsrechte des Fotografen schützen die persönliche und geistige Beziehung zwischen dem Urheber und seinem Werk und werden auch als die „Grundrechte“ des Urhebers bezeichnet. Sie sind nicht übertragbar und umfassen folgende Rechtspositionen:

- das Veröffentlichungsrecht, § 12 UrhG
- das Rechts auf Anerkennung der Urheberschaft, § 13 UrhG
- den Schutz vor Entstellungen des Werkes, § 14 UrhG

Das Veröffentlichungsrecht bestimmt, dass allein der Urheber entscheidet, ob und wie sein Werk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Macht der Urheber sein Werk nicht selbst der Öffentlichkeit zugänglich, so muss er eine zweifelsfreie Zustimmung zur Veröffentlichung erteilen.

Das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft bestimmt zunächst, dass der Urheber das Recht hat, bei jeder Veröffentlichung seines Werkes als Urheber benannt zu werden. Ebenso hat der Urheber aber auch ein Recht auf Anonymität, also ein Recht auf Nichtbenennung. Zudem darf allein der Urheber darüber entscheiden, unter welcher Bezeichnung er im Zusammenhang mit seinem Werk genannt wird. In Betracht kommen nicht nur der bürgerliche Name des Urhebers, sondern auch ein Pseudonym oder die Bezeichnung „anonym“. 

Der Schutz vor Entstellung des Werkes räumt dem Urheber das Recht ein, eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes zu verbieten, wenn diese geeignet ist, die berechtigten persönlichen oder geistigen Interessen des Urhebers an seinem Werk zu gefährden. Ob eine Anstellung oder andere Beeinträchtigung des Werkes vorliegt, muss im Einzelfall rechtlich geprüft werden.

 

Verwertungsrechte

Die Verwertungsrechte des Urhebers ermöglichen es diesem, sein geistiges Eigentum wirtschaftlich zu verwerten. Die Verwertungsrechte sind zwar, ebenso wie die Urheberpersönlichkeitsrechte im Engen Sinne nicht übertragbar, können aber im Gegensatz zu den Persönlichkeitsrechten einem Dritten durch die Erteilung von
Nutzungsrechten eingeräumt werden. Die Verwertungsrechte umfassen folgende Rechtspositionen: 

- das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht, § 15 UrhG
- das Vervielfältigungsrecht, § 16 UrhG
- das Verbreitungsrecht, § 17 UrhG
- das Ausstellungsrecht, § 18 UrhG
- das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, § 19 a UrhG
- das Senderecht, § 20 UrhG

Im Bereich der Fotografie spielen das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht und das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung die bedeutendsten Rollen. Das Vervielfältigungsrecht betrifft das Recht zu entscheiden, ob das Werk in unveränderter Form vervielfältigt wird, ganz gleich ob die Vervielfältigung analog, digital, durch Download o.Ä. erfolgt. Das Verbreitungsrecht räumt dem Urheber das Recht ein, sein Werk im Original oder als Vervielfältigungsstück körperlich zu verbreiten und damit in den Verkehr zu bringen. Das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung hingegen regelt die Verbreitung des Werkes über das Internet.  

Kann ich als Fotograf Rechte an meinen Bildern an Dritte übertragen?

Die Verwertungsrechte des Urhebers an seinen Werken können durch die Erteilung von Nutzungsrechten an Dritte eingeräumt werden. Die Einräumung von Nutzungsrechten erfolgt in der Regel durch sogenannte Lizenzverträge, in denen der Fotograf Dritten das Recht einräumt, seine Fotos in der vertraglich vereinbarten Art und Weise zu nutzen.

Soll per Lizenzvertrag ein Nutzungsrecht eingeräumt werden, kann die Einräumung zeitlich, räumlich aber auch inhaltlich beschränkt oder unbeschränkt erfolgen. Der Fotograf kann z.B. bestimmen, dass die Nutzungsrechte nur für in Jahr eingeräumt werden oder aber auch zeitlich unbegrenzt. Auch die Art und Weise der Nutzung der Fotografie kann vertraglich bestimmt werden. In diesem Zusammenhang spricht man vom einfachen oder ausschließlichen Nutzungsrechten. 

Welche Ansprüche stehen mir bei der ungenehmigten Verwendung meiner Bilder durch Dritte zu?

Stellen Sie als Fotograf fest, dass Ihre Werke verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht, vervielfältigt oder auf sonstige Art verwertet werden, ohne dass Sie dem Verwerter hierfür Nutzungsrechte eingeräumt haben, können Ihnen als Urheber der Fotos durch das Urhebergesetz bestimmte Rechte und Ansprüche zustehen. Dies kann auch für Fälle gelten, in denen zwar ein Recht auf Nutzung des Fotos erteilt wurde, eine Urheberbenennung aber nicht erfolgt ist.

Das Urhebergesetz räumt dem Urheber bei Verletzungen seiner Urheberrechte zunächst ein Anspruch auf Unterlassung der Rechtsverletzung ein. Daneben können Schadenersatzansprüche bestehen, die nicht nur die Kosten einer anwaltlichen Inanspruchnahme, sondern auch Schadenersatzansprüche für die unberechtigte Verwendung Ihrer Werke auslösen können. 

Haben Sie als Urheber eines Fotos entdeckt, dass Ihre Werke ohne Einwilligung genutzt werden? Oder haben Sie einem Dritten zwar Nutzungsrechte eingeräumt, aber Ihre Werke werden über die Grenzen der Nutzungsrechte hinaus verwendet? Sie sind Fotograf, möchten Ihre Werke wirtschaftlich verwerten und benötigen Lizenzverträge? Oder haben Sie eine Abmahnung wegen einer unberechtigten Fotonutzung erhalten?

Wir helfen Ihnen in allen Fragen und Bereichen des urheberrechtlichen Schutzes an Fotos und stehen Ihnen beratend und vertretend zur Seite. 

Unsere Leistungen

  • Prüfung und Beratung bei Verletzung von Fotorechten
  • Durchsetzung und Abwehr von Ansprüchen wegen Fotorechtsverletzungen
  • Prüfung und Erstellung von Lizenzverträgen
  • Beratung zur rechtssicheren Verwendung von Fotografien im Internet
  • Prüfung und Erstellung von Verträgen zwischen Fotografen und Agenturen/Verlagen

Aktuelles zum Thema Fotorecht

Kinderfotos im Internet - beide Elternteile müssen zustimmen

Das OLG Oldenburg hat in seinem Beschluss vom 24.05.2018 (Az.: 13 W 10/18) entschieden, dass beide Elternteile in die Veröffentlichung von...

Die bloße Herstellung eines Fotos begründet keinen Abwehranspruch aus dem KunstUrhG

Das OLG Dresden hat kürzlich entschieden, dass die im KunstUrhG geregelten Abwehransprüche nicht geltend gemacht werden können, wenn...

BGH: Foto von Aida-Kussmund fällt unter die Panoramafreiheit

Jeder kennt die Schiffe des Kreuzfahrtunternehmens Aida Cruises, denn sind gekennzeichnet durch das von einem Künstler entworfene...